Zweihundert Meter

 

 

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Zweihundert Meter 

Es riecht gut. Aber es kitzelt auch ein bisschen. Der Wind. Die Gräser bewegen sich, beinahe kann man die Pollen sehen. Es ist warm und es ist gelbgrün. Das Wichtigste aber ist: es ist Sommer! Unter den Füßen den nackten Boden. Festgetrampelt über die Jahre. Links Gras, rechts Gras. Vorne die Wiese, hinten die Wiese. Dreck auf dem Weg, Farbe in der Wiese. Klee, Hahnenfuß und Margeriten. Schwere, süße Luft bläst einem in die Nase. Fliegen stoben auf sobald man einen Schritt tut. Geht man in die Hocke und schaut man dann gegen den Himmel sieht man blau und grün. Blau mit grünen Grasstreifen und weißen Wolkenfetzen dazwischen. Kühler Pfad in heißer Luft. Grillen zirpen. Alles steht still während man geht. Wind im Kleid. Grashüpfer als kleine grüne springende Punkte. Vögel schreien. Das Kleid flattert, der Fuß spürt den Boden. Man muss alles aufsaugen. Die Sonne sticht auf die Arme, den Kopf schützt ein Tuch. Alles voller Sommer. Noch ein Schritt. Fester weicher Boden. Gras zwischen den Zehen, juckende Augen. Keine Zeit, nur der Augenblick. Eine heiße Brise lässt schauern, eine Krähe durchfliegt das Bild. Am Horizont ein Mann mit einem Hund. Sehnsucht, Hitze, Sommer. Man will wieder ein Kind sein. Das Gras höher als man selbst. Abenteuer suchen, Glück finden. Freude und Ausgelassenheit, Vertrauen. Dass alles gut wird, dass nichts passieren wird. Der Körper liebt das Vorwärtskommen. Noch ein paar Meter. Dann umdrehen und den Weg zurückgehen. Man lebt in der Hitze der Gegenwart den Sommer. Frei.

 

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