Von Menschen und von Würmern

 

 

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Von Menschen und von Würmern

Und was ist mit mir? Ein Wurm bin ich, kein Mensch mehr – Gespött der Leute, alle behandeln mich wie Dreck.

Psalm 22,7

 

Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

Matthäus 6,26

  

Draußen regnet es. Markus hat sich schon seit Tagen auf dieses Wetter gefreut, und macht sich fertig. Er zieht seine Gummistiefel an, und einen Regenmantel. Dann setzt er sich einen großen Hut auf den Kopf, schnappt sich aus der Garage einen Eimer und macht sich damit auf den Weg. In der Nähe ist eine große grüne Wiese. Vorsichtig geht Markus den Weg, der über diese Wiese führt, entlang. Er ist auf der Suche nach Regenwürmern. Er weiß, dass sie bei diesem schlechten Wetter gerne aus ihren Gängen gekrochen kommen, um dann auf dem nassen Asphalt ziellos hin und her zu kriechen. Langsam setzt Markus einen Fuß vor den anderen, um ja keinen Wurm zu zertreten. In der Mitte des Weges hält er an und bückt sich. Er streckt seine Hand aus und hält sie einem Regenwurm in den Weg. Doch dieser weicht der Hand aus und kriecht daran vorbei auf die Wiese zu. Auch der nächste Wurm bleibt bei Markus Hand verwundert stehen, schlängelt sich dann aber wie sein Vorgänger an ihr vorbei. Markus gibt nicht auf. Er weiß, dass viele Würmer in seiner Hand etwas Neues, Unbekanntes sehen und damit Gefahr wittern. Nach einer Weile kriecht der erste Wurm auf Markus Handfläche, und dieser lässt ihn in seinen Eimer gleiten. Und nach längerer Zeit hat sich der Eimer des Jungen bis zur Hälfte gefüllt. Markus freut sich sehr über seine Würmer, und macht sich auf den Heimweg. Unterwegs trifft er ein Mädchen von nebenan. Es schaut neugierig in seinen Eimer und schreckt dann zurück. „Ih! Wie eklig! Lauter schleimige, glitschige, feuchte Regenwürmer! Was willst du denn mit denen?“ Markus lächelt nur und sagt: „Die brauch ich.“ „Die winzigen Dinger?“ fragt das Mädchen zurück. „Ja, diese kleinen Würmer.“ „Und so viele?“ „Ja, ich brauche jeden einzelnen von ihnen. Ich hab eine große Aufgabe für sie alle gemeinsam. Und je mehr es sind, desto besser!“ Das Mädchen will es nun ganz genau wissen, und Markus lädt sie ein, mit ihm nach Hause zu kommen. Gemeinsam gehen sie den Rest des Weges. Markus öffnet das Gartentürchen und geht nach hinten in den Garten. Dort steuert er direkt den Komposthaufen an. Er stellt den Eimer mit den Würmern ab, schaut noch einmal liebevoll hinein und setzt sie dann einzeln auf den Komposthaufen. „Na dann arbeitet mal schön!“ sagt er zu ihnen und bedeckt sie mit einer Schicht Erde. „Was machen die denn da drin?“ will das Mädchen wissen. Markus erklärt: „Die machen aus alten Sachen neue Dinge. Aus Abfällen und Müll machen sie ganz feine Erde, die ich dann für die Blumen verwenden kann. Auf dieser Erde wachsen die schönsten Blumen im ganzen Garten!“

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