Fröhliches Ende

 

 

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Fröhliches Ende 

Es beginnt in einem kleinen friedlichen Dorf, am Rande der schwäbischen Alb. Die Hauptstraße mitten durch den Ort ist frisch gefegt, die Gärten sind umgegraben worden und die Erde glänzt noch vor Nässe und jedermann sitzt daheim in seiner Stube und verbringt auf seine Art und Weise den Samstagabend. Hinten hinaus, in Richtung Feld gibt es eine alte Mauer. Sie ist ein Überrest einer Feldbefestigung und nur noch ein Teil von ihr ragt aus der Erde heraus. Der Rest ist im Laufe der Zeit verwittert. Da die Felder höher gelegen sind, kann man von der Mauer aus über den ganzen Ort sehen. Und jeden Abend kann man dort zwei alte Frauen beobachten, wie sie sich auf die alten Steine setzen und sich den Sonnenuntergang über ihrem Dorf anschauen.

Auch an diesem Abend sind sie wieder dort und plötzlich beginnt die eine zu reden:

„Sag mal Reni, kannsch dich noch erinnern?“

„Aber jo.“

Auch an diesem Abend geht die Sonne in wunderschönen Farben unter und taucht alles in ein romantisches Licht, das die zwei Damen aber keineswegs beeindruckt.

„War scho schö, gell?“

„Aber jo.“

„Und, war's des jetzt?“

Schweigen. In den Falten der älteren sammeln sich die letzten Sonnenstrahlen. Sie wärmen sie und sie lächelt versonnen.

„Noi, des war's no net.“

„Aber bald simmer tot.“

„Ja, des stimmt.“

Sie rücken näher zusammen. Die eine legt ihren Arm um die andere.

„Isch doch irgendwie schön hier oben.“

Und sie sinnieren beide im Stillen über die Höhen und Tiefen ihres Lebens. Und sie danken Gott, dass sie sich kennen und sich vor ihrem Tod noch einmal getroffen haben. Hier, in diesem kleinen friedlichen Dorf, am Rande der schwäbischen Alb. In diesem Dorf ihrer Kindheit, wo alles begann und wo alles endet.

 

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