Evangelische Religion

 

 

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Für Katholische, die den Evangelischen immer den Unterricht neiden

 Ev. Religion – Tja, wie könnte man das Fach noch beschreiben? Diskutierstunde mit bestimmtem Lehrern (Namen werden aus Sicherheitsgründen nicht genannt), Lateinvokabellernstunde oder einfach nur die Stunde, in der der meiste Sauerstoff verbraucht wird, da die Münder der Schüler sich am öftesten öffnen, um ihn einzusaugen und um damit ihr lahmes Gehirn etwas auf Trab zu bringen? Doch wozu? Wird das Gehirn überhaupt noch gebraucht in Ev. Religion? Ich finde es nicht besonders anspruchsvoll, wenn man lernt, dass es passieren kann, dass man, wenn man zufällig mal rohes Rindfleisch isst, das zufällig auch noch mit dem BSE-Virus befallen war, dass man dann mit etwas Pech eine Hirn zerstörende Krankheit bekommen kann. Denn mal ehrlich: Wer isst schon rohes Rindfleisch? Ist doch eklig! Zusätzlich lernt man dann noch, dass man froh sein kann, wenn man Rindfleisch hat, denn die armen schwarzen Leute in der Dritten Welt haben keines und würden gern unseres haben, denn bei denen gibt es solche BSE-Kontrollen gar nicht, denn die sind ja noch so unterentwickelt, dass wir ihnen helfen müssen. Schließlich spricht man mit den Ev. Religionslehrern ja auch darüber, ob wir nun einst aus Afrika kamen oder nicht. Und wenn, ob Gott uns dann dahin gesetzt hat, oder wir uns evolutioniert haben. Warum hat Gott uns dann nicht gleich nach Europa gesetzt? Kann man sagen, dass die Schlauen vom schwarzen Kontinent ausgewandert sind, die Dummen dageblieben sind? Mir unverständlich ist dann nur, warum wir ihnen helfen. Solidarität? Mitleid? Oder springt da für uns etwa auch was raus? Die Dritte Welt ist sowieso ein Lieblingsthema der Ev. Religionslehrer. Dazu legen sie dann tolle Folien auf, auf denen man ganz toll sehen kann, dass wir Afrika ausbeuten und in ein paar Jahren nichts mehr von ihm haben werden, wenn wir so weiter machen. Wer ist denn nun schlau? Die schwarzen Bauern, die wenigstens dafür sorgen, dass genug Nachwuchs da ist, oder wir, die wir nicht schlau genug und zu faul sind unser Essen selbst anzubauen, sondern es den Bauern aus Afrika wegnehmen? Außerdem werden wir bald nur noch Alte haben, was übrigens auch ein heiß geliebtes Thema jedes Ev. Religionslehrers ist. Familie. Da spricht man dann über die Stellung der Frau in der Familie, über Karrieresucht der Frauen und Männer, darüber, dass es die Ältesten immer am schwierigsten haben und darüber, wie man die Familie verhüten kann. Man palavert über Geschwisterprobleme, Elternstreit und die Wichtigkeit eines eigenen Fernsehers im Zimmer. Hat man einen der immer gern abschweifenden Lehrer erwischt, kann es auch sein, dass man schließlich beim Thema Drogen landet. Man bekommt eingehämmert, dass sie süchtig machen, dass man in einem ganz miesen Milieu landet und schließlich an ihnen sterben wird. Tote Beispiele werden angeführt und in Einzelgesprächen ausdiskutiert. Eine wirkliche Hilfe ist der Unterricht allerdings nicht, denn obwohl Ev. Religion noch Pflichtfach ist in deutschen Schulen, sinkt die Zahl der Drogentoten kaum, es werden immer noch ungewollte Schwangerschaften provoziert und unsere Jugend wird nicht weniger, sondern immer mehr kriminell. Ausländer werden nicht geachtet, Alte ebenso wenig. Themen, die angeschnitten werden und in Monologen beendet werden, jedoch, wie gesagt, kaum Wirkung erzielen. Oder ist die Todesstrafe in den USA schon abgeschafft worden und ich habe es nicht mitbekommen? Wozu diskutiert man stundenlang über die genauen Einzelheiten einer Hinrichtung, wenn 1. wir sie sowieso nur einmal erleben können und 2. sie eigentlich abgeschafft werden sollte? Man könnte in dieser Zeit auch Französischvokabeln lernen, was ein Großteil der Schüler ja verstanden hat und dies deshalb auch tut. Oder nehmen wir das Thema Abtreibung. Wie viele Stunden werden darauf ver(sch)wendet? Sechs? In der siebten bekommt man ein kleines Heft dazu und fertig. Eine Hilfe, wenn man nachher doch wieder zu dem Schluss kommt, dass jeder selber entscheiden muss, ob er abtreibt oder nicht? Dann noch der Film „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ und schon wieder sind zwei Monate vergangen. Oder aber es passiert das Gegenteil und Lehrer versuchen einem in einer Stunde alles zu erkläre, samt Heftchen, dafür aber ohne Film. Und sind die interessanten und aktuellen Themen erst einmal ausgegangen, wird ein halbes Jahr lang über Buddha, Buddhismus, Buddhisten, Meditation, Buddhisten, Buddhismus, Hinduismus, Hindus, Brahmanen, Nirwana und Wiedergeburt gelehrt. Oder man beschäftig sich den ganzen Sommer über nur damit, bestimmte Filme wie American History X, Nostradamus und die Biographie des Martin Luther King, die natürlich alle zum Thema der vorherigen Monate passen, anzuschauen. Und manche Lehrer schaffen es dann, dass so ein Film drei Wochen dauert, denn zwei Stunden sind sie nicht da, was den Evangelischen immer neidische Blicke der Katholischen einbringt, die andere Stunde halten sie den Film alle 10 Minuten an, um über das eben gesprochene zu sprechen, die vierte Stunde funktioniert der Videorekorder nicht, und selbst Lehrer, die schon 15 Jahre an der Schule sind, haben seine Technik nicht im Griff. Die fünfte und sechste Stunde dann schaut man endlich den Film, der eigentlich nur 60 Minuten dauert. Ev. Religion ist inzwischen in ein Gähn- und Langweilfach mutiert, in dem man die Exen schon zehn Kilometer gegen den Wind riechen kann (wie? Na, ganz einfach: Sobald man was aufschreibt, kann man davon ausgehen, dass man in den nächsten ein bis zwei Stunden mit – für manche Schüler – schrecklich formulierten Fragen auf Blättern konfrontiert wird. Klar?), in dem nicht ausgefragt wird und in dem man über alles spricht, außer einem: Gott. Wer also Theologe werden will, hat's schwer und sollte nicht alles so ernst nehmen, was in Ev. Religion gepredigt wird. Absolut glaubwürdig ist niemand mehr heute. Außer Gott. Doch wer glaubt noch an das Unsichtbare??

 

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