Bornholmfreizeit 2002

 

 

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S Läba isch koin Schlotzor (Das Leben ist kein Zuckerschlecken),

 

so lautete der von der Teilnehmern (ein Großteil Schwaben) entdeckte Wahlspruch zur diesjährigen Freizeit auf Bornholm (Dänemark), an der ich auch teilgenommen habe. 

Als es am Freitag losging, war ich gespannt, wen ich vom letzten Jahr noch kennen würde. Abgefahren ist der Bus in Kohlberg (na dann sucht mal schön, wo das jetzt liegen könnte), etwa 2 ½ Stunden Fahrt von uns. Da es um 16.30 Uhr losging, und wir um 16.00 Uhr bereits da sein mussten, fuhren wir um 13.00 Uhr los und gingen dann noch ein Eis essen. Die Erste, die mich am Bus begrüßte, war die Co-Leiterin Barbara, die auch schon letztes Jahr dabei gewesen war. „Hallo Christine, schön, dass du dieses Jahr wieder mitfährst.“ Um halb fünf ging's los. Etwa fünf Leute kannte ich schon, außerdem die Leiterin, die Co-Leiterin und eine Mitarbeiterin. Ein letztes Mal winken und weg waren wir. Nur lächerliche 22 Stunden Busfahrt sollten uns auf die Sonneninsel der Ostsee, Bornholm, bringen. Und im Nachhinein kann ich bestätigen, dass s Läba koin Schlotzor ist. Auch wenn wir regelmäßige Pause gemacht haben, wurden die Sitze irgendwann hart, die Luft unerträglich und der Platz zu wenig. Kein Schlaf und dauernd redende Teilnehmer taten ihr übriges.

Bis nach Sassnitz fuhren wir mit dem Bus, dann drei Stunden mit der Fähre nach Rønne und von dort noch einmal eine halbe Stunde mit dem Bus bis zu unserer Unterkunft. Der erste Eindruck von der Insel? Sie nimmt von der Fähre aus nicht einmal den ganzen Horizont ein. Viele Felder. Hoffentlich so kühl wie es auf der Fähre war. Sonnenschein. Der erste Eindruck von unserer Unterkunft? Oh nein, schon wieder ein Haupthaus und ein Schlafhaus (folglich ist nicht beides in einem Haus), aber immerhin nur ein Schlafhaus und nicht vier oder fünf wie in Norwegen letztes Jahr. Hm, sieht ganz nett aus, Kiefern, weichen Waldboden, hoffentlich keine Ameisen.

Nachdem der Bus ausgeladen war, fuhr er mit einer anderen Gruppe wieder zurück nach Deutschland. Nun wurden erst mal Zimmer eingeteilt. Immer zu viert. Mit Sabrina (wir hatten sie mitgenommen, da sie in Kempten wohnte, also in der „Nähe“), Danica und Maren (die kannte ich noch nicht, aber sie schienen nett) teilte ich mir eins. Oder sie mit mir? Cool, Waschbecken im Zimmer. Dünne Matratzen und ein unerträglicher Mief, den wir auch bis zum Ende der Freizeit kaum rausbekommen hatten.

Und dann ging's los. Unser Programm sah wie folgt aus:

  9.00 Uhr – Wecken mit Musik und Klopfen an die Türen

  9.15 Uhr – Wer an der Reihe war, musste zum Küchendienst antreten und Tische decken

  9.30 Uhr – Frühstück, danach wieder Küchendienst mit Abspülen und Abtrocknen

10.30 Uhr – Programm (gemeinsamer Anfang mit Lobpreis, dann Bibelarbeit in Kleingruppen

        und anschließend noch einmal im Plenum Auswertung der Kleingruppen)

13.15 Uhr – Küchendienst

13.30 Uhr – Mittagessen (im allgemeinen genießbar), danach wieder Küchendienst

Nachmittag frei, das heißt Strand, schlafen, lesen, spielen, reden

(18.00 Uhr – freiwilliges Bibellesen)

18.15 Uhr – Küchendienst

18.30 Uhr – Abendessen, danach Küchendienst

20.30 Uhr – Programm (normalerweise gemeinsame Gruppenspiele)

23.15 Uhr – Videoshow (der Video wurde tagsüber gedreht)

23.30 Uhr – Abendabschluss mit gemeinsamem Singen und Beten

 0.00 Uhr – Gute-Nacht-Geschichte, vorgelesen von einem Mitarbeiter

 0.30 Uhr – absolute Nachtruhe

Der Strand war wunderschön, bedeckt mit hellgrauem feinen Sand, in dem hin und wieder schwarze flache Steine steckten. Das Wasser war nicht besonders sauber und nicht besonders warm. Es schwammen Algen, Quallen und Erde darin. Also nicht unbedingt der Hit. Aber man konnte auch einfach nur am Strand liegen und die Sonne genießen, welche die ganze Zeit über geschienen hat (mal abgesehen von der Nacht und einem Morgen, an dem es genieselt hat). Bornholm nennt sich nicht umsonst die Sonneninsel der Ostsee.

Insgesamt haben wir nur 1 ½ Ausflüge gemacht. Einmal eine Inselrundfahrt, bei der wir das Museum NaturBornholm in Aakirkeby (dort, so sagte man uns, ist die sichtbare Grenze zwischen Skandinavien und Mitteleuropa), den höchsten Punkt Bornholms (ein alter Turm mit Drahtaufbau in Rytterknaegten), eine Rundkirche in Østerlars (dort gab es tolle Runen zu entziffern und das Holzgestell, welches das Dach hielt, sah einfach gigantisch aus), heilige Klippen, bei denen uns ein Vortrag über Steine gehalten wurde, und schließlich Gudhjem besuchten, wo wir einkaufen gehen konnten. Das Ganze hat nicht länger als von 9.00 Uhr bis 19.30 Uhr gedauert und ist doch über die gesamte Insel gegangen. Bornholm ist halt klein...

            Die Gruppe hat mir dieses Jahr sehr gut gefallen. Lauter nette, aufgeschlossene, freundliche, witzige, coole junge Menschen, die (mit ein oder zwei Ausnahmen) alle Christen waren und sich deshalb untereinander im Geist Gottes verstanden haben. Es herrschte eine friedliche Atmosphäre und die zwei Wochen hätten nie vergehen können...

Das Programm war sehr ansprechend, es brachte mich und viele andere zum Nachdenken über sich und seine Zukunft, seine Vergangenheit, über Gott und über die Welt. Einmal wurde ein „Stiller Abend“ gemacht. 90 Minuten Stille vor Gott. 90 Minuten lang habe ich ins Feuer gestarrt und beinahe nichts gedacht, hatte Stille vor Gott. Ein anderes Mal gab es einen Segnungsgottesdienst am Strand, sehr schön, da der Mond gerade aufging und ein Feuer am Meer immer irgendwie etwas Anziehendes hat. Bei der Bibelarbeit wurde heftig diskutiert und sich mit Gottes Wort auseinandergesetzt, was richtig gut tat, da man das zu Hause irgendwie nicht richtig kann. Aber es war nicht nur ernst, sondern eigentlich immer auch witzig. Die Mitarbeiter waren alle voll cool drauf und jeder hat auf seine Weise dazu beigetragen, dass diese Freizeit so wurde, wie sie geworden ist. Einfach genial gut! Au wenn s Läba koin Schlotzor isch.....

 

Und nun bin ich wieder da. Der Abschiedsschmerz kommt erst so langsam, und ich freue mich schon darauf, alle beim Nachtreffen wiederzusehen, auch wenn es dann wahrscheinlich das letzte Mal sein wird....

                                               Ganz liebe Grüße schickt

                                                        Christine